Spiritueller Weg: Spirituelle Meisterinnen, Meister und Gurus

Inhalt: Spirituelle Meister David Hawkins, Nisargadatta und Papaji / Poonja

Im spirituellen Blog von Matthias Pöhm werden herkömmliche Erleuchtete nach überholten Erleuchtungskriterien beurteilt. Ausführlich dazu siehe Spirituelle Meisterinnen, Meister und Gurus in der Kritik. Um das höhere Bewusstseinsniveau des neuen Zeitalters der Am-Ziel-Erleuchtung anschaulich zu machen, nehme ich zu dieser Kritik an den einzelnen herkömmlichen Spirituellen Meisterinnen, Meistern und Gurus aus der Sichtweise der Am-Ziel-Erleuchtung heraus Stellung. Siehe auch die herkömmlichen Spirituellen Meister Muni Weber, Karl Renz und Sai Baba, die weibliche Spiritualität von Guru Amma und Avatara Mutter Meera oder die neuen Spirituellen Meisterinnen, Meister und Gurus der Am-Ziel-Erleuchtung.

Matthias Pöhms Kritik am Spirituellen Meister David Hawkins

David Hawkins[1] lebte von 1927 bis 2012. Er war amerikanischer Psychiater, Spiritueller Lehrer, wurde geadelt und als Ritter des Johanniterordens aufgenommen. In Korea erhielt er den Ehrentitel „Große Seele und führender Lehrer auf dem Weg zur Erleuchtung„. Seine Erleuchtung erfuhr David Hawkins durch eine große gesundheitliche Krise. Seitdem heilte er Menschen auch auf feinstofflicher Ebene. Sein Lebenswerk war sein Buch „Die Ebenen des Bewusstseins“.

Matthias Pöhm[2] weist David Hawkins als Kritikpunkt ein „Ich“ nach, weil dieser mit „Sir Dr. Dr.“ angesprochen werden wollte. Selbstverständlich hatte David Hawkins noch ein Ich, weil dieses zum transzendenten Bewusstsein aller Menschen gehört und auch durch Erleuchtung nicht aufgegeben werden kann. Insofern ist das Vorhandensein eines Ichs kein Einwand gegen Erleuchtung und/oder spirituelle Meisterschaft.

Wenn David Hawkins auf seine zwei Doktortitel bestand, würdigte er dadurch die Leistung seines inneren Mannes (siehe innere Familie). Ich würdige die Leistung meines inneren Mannes, im internationalen Steuerrecht promoviert zu haben, ebenfalls dadurch, dass ich bei voller Namensnennung die Bezeichnung „Dr. Ayleen Scheffler-Hadenfeldt“ und gegebenenfalls bei berufsrechtlichem Erfordernis „Dr. rer. pol. Ayleen Scheffler-Hadenfeldt“ erwarte. Die Annahme, dass Erleuchtete demütig tiefstapeln müssten, weil sie ohne Ego irdische Belange nicht mehr interessieren dürfen, ist falsch.

Zum Inhalt von David Hawkins Lehre: die Ebenen des Bewusstseins. David Hawkins wendete Kinesiologie auf die Verbindung der Menschen zur höheren Wirklichkeit an und entwickelte daraus eine Bewusstseinsskala. Kinesiologie ist ein alternativmedizinisches Verfahren, bei dem ein Muskeltest am ausgestreckten Arm benutzt wird, um durch Befragung des Unterbewusstseins eine Diagnose zu erstellen. Die Kinesiologie geht dabei davon aus, dass die Muskelspannung eine Rückmeldung über den funktionellen Zustand des Körpers (siehe auch Körperpsychotherapie) liefert. Übertragen auf spirituelle Fragestellungen soll so der Wahrheitsgehalt von Aussagen überprüft werden können.

Was genau misst David Hawkins mit seiner Vorgehensweise? Offenbar erhielt er Informationen

  1. über den Gefühlszustand der Menschen,
  2. über Ereignisse in der Menschheitsgeschichte, die tatsächlich stattgefunden haben und damit im kosmischen Wissensspeicher enthalten sind und
  3. über eine energetische Hierarchie der Bewusstseinsaspekte.

Das heißt, David Hawkins erhielt Informationen über den irdischen Bewusstseinsanteil der Menschen, die karmische Strukturebene der Menschheit (siehe auch Karma) und den energetischen transzendenten Menschen.

  1. Irdischer Bewusstseinsanteil

Es gibt keine irdischen Gefühle, die dem Göttlichen näher stehen als andere. Warum sollte Wut mit 150 ein höheres Bewusstseinsniveau als Schuldgefühle mit 30 bedeuten? Insofern sagt dieser Bereich der Bewusstseinsskala von David Hawkins absolut gar nichts über das Bewusstseinsniveau eines Menschen aus.

  1. Karmische Strukturebene der Menschheit

Die Menschen bekommen, abhängig von ihrer Persönlichkeitsstruktur, Informationen aus ihrer persönlichen oder aus der allgemeinmenschlichen karmischen Vergangenheit. Darauf gehe ich in meinem Standardwerk zur neuen Spiritualität „Der vollständige spirituelle Weg“ ein. Diese Wahrnehmungsrichtungen wurden bei den Testpersonen von David Hawkins nicht unterschieden. Insofern hat die Methode von David Hawkins wenig allgemeingültige Aussagekraft.

Außerdem arbeitet die Kinesiologie üblicherweise mit Ja-Nein-Fragen. Dadurch sind die Inhalte sehr beschränkt, was für körperbezogene Themen durchaus sinnvoll sein kann. In Hinblick auf spirituelle Fragestellungen geben jedoch andere Methoden, wie beispielsweise Rückführungstechniken oder Kartenlegen, wesentlich umfassendere Antworten.

  1. Energetischer transzendenter Mensch

Vereinfacht stellte David Hawkins folgende Hierarchie auf: Triebe, Gefühle, Verstand, Liebe und Erleuchtung. Das entspricht in etwa den feinstofflichen Energiekörpern Ätherleib, Emotionalkörper, Mentalkörper und Spiritueller Körper. Das heißt, David Hawkins bestätigte mit seiner Vorgehensweise den energetischen Aufbau des transzendenten Menschen (siehe „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“).

Da alle diese Energiebereiche jedoch zu jedem Menschen gehören, lässt sich anhand der Methode von David Hawkins lediglich feststellen, womit sich ein Mensch vorrangig identifiziert. Ein individuelles Bewusstseinsniveau lässt sich daraus nicht ableiten, weil beispielsweise Gefühls- und Verstandesmenschen nichts weiter als unterschiedliche Entwicklungsaufgaben haben. Als einzelne Personen sind die Verstandesmenschen nicht weiter entwickelt als die Gefühlsmenschen.

Gesamtgesellschaftlich betrachtet ist allerdings eine Entwicklung von den Trieben über die Gefühle hin zum Verstand zu erkennen (Halbzeit der Evolution). Insofern hat David Hawkins Recht. Der Verstand ist die Ebene moderner Demokratien, die als gesellschaftliche Normen Sachlichkeit und wissenschaftliche Leistungen hoch wertschätzen. Nach Hawkins sind es gerade die Eigenschaften des Verstandes, die ein Hindernis für die weitere Entwicklung bilden. Höhere Bewusstseinsebenen wie Liebe und die Existenz Gottes wirken auf das rationale Weltbild suspekt und entziehen sich als subjektive Erfahrungsebenen der wissenschaftlich-objektiven Untersuchung. Der Übergang von der Verstandes- zur Liebesebene würde daher einen Paradigmenwechsel verlangen.

Tatsächlich befinden wir uns genau jetzt in diesem Paradigmenwechsel als neues Zeitalter. Die Am-Ziel-Erleuchtung bedeutet diesen Übergang zur Liebesebene als Verbindung von Göttlich zu irdisch. Dabei ergibt sich der Paradigmenwechsel allerdings nicht aus einer Identifikation mit der göttlichen Bewusstseinsebene, wie wir es bereits von der herkömmlichen Erleuchtung her kennen, sondern aus der Verbindung aller Bewusstseinsanteile von Göttlich bis irdisch.

Spiritueller Meister Nisargadatta in der Kritik von Matthias Pöhm

Spiritueller Weg, Spirituelle Meister, Gurus, Erleuchtung -10
Guru Sri Nisargadatta Maharaj

Sri Nisargadatta Maharaj[3] (Maruti Shivrampant Kambli) lebte von 1897 bis 1981 in Indien. Sein Interesse an Spiritualität erwachte in seinen mittleren Lebensjahren. Er wurde in traditioneller Meister-Schüler-Linie initiiert und später selber von vielen Inderinnen und Indern sowie Besucherinnen und Besuchern aus der westlichen Welt als Erleuchteter und spiritueller Meister verehrt.

Seinen Zitaten nach lehrte er insbesondere, den neutralen Beobachter zu entwickeln, welcher ein göttlicher Aspekt auf dem Erkenntnisweg ist. Ansonsten gehen seine Einsichten nicht über die herkömmliche Erleuchtung hinaus. Insofern ist Matthias Pöhms[4] Kritik am Spirituellen Meister Nisargadatta berechtigt: „… Er denkt, er wäre der Einzige, der „solche Erkenntnisse“ verkündet. Eine klare Fehleinschätzung. Das war schon zu seiner Zeit (1981) falsch. …“

Als weiteren spirituellen Irrtum von Nisargadatta kritisiert Matthias Pöhm:

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Es gibt so viele individuelle spirituelle Wege wie es Menschen gibt, weil die Ausgangssituationen ihres jeweiligen transzendenten Bewusstseins unterschiedlich sind. Von dort aus entwickeln sich aber alle Menschen ebenso wie die gesamte Menschheit hin zum vollständigen und von Göttlich zu irdisch ausgerichteten Bewusstsein der Am-Ziel-Erleuchtung. Insofern gibt es konkrete Anleitung und Vorgehensweisen für den vollständigen spirituellen Weg. Einen Überblick gebe ich in „Der vollständige spirituelle Weg“. Inwieweit ein Mensch eher individuelles Vorgehen anhand von spirituellen Techniken bevorzugt oder die Beziehung zu einem Guru braucht, hängt von seiner Seelenentscheidung in Verbindung mit der Ausgangspersönlichkeitsstruktur ab.

Der Wert von Nisargadatta spiritueller Meisterschaft bestand darin, den Menschen ihren göttlichen Bewusstseinsanteil nahezubringen.

Matthias Pöhm kritisiert den Spirituellen Meister Papaji / Poonja

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Guru Papaji / Poonja

Poonja[5] war ein indischer Spiritueller Meister, der von 1910 bis 1997 lebte. Er lehrte, dass Erleuchtung durch plötzliche Erkenntnis und ohne jede Anstrengung für jeden Menschen möglich sei. Damit bediente er die Sehnsucht von Menschen, die vom Irdischen enttäuscht nach dauerhaftem Frieden durch Erleuchtung suchten.

Tatsächlich werden durch einen Wechsel in den göttlichen Bewusstseinsanteil als herkömmliche Erleuchtung zunächst alle Wünsche erfüllt. Doch sofern nicht besonders einseitige Bewusstseinskonstellationen vorliegen, ist so eine herkömmliche Erleuchtung nicht stabil. Unabhängig davon, wie stabil oder instabil die herkömmliche Erleuchtung ist, beruht sie auf einer Trennung vom Ego und blockiert daher den universellen Liebesfluss in die eigene irdische Persönlichkeitsstruktur.

Matthias Pöhm[6] kritisiert Poonja als schlechten Lehrer und führt dazu ein Beispiel aus dessen Vorgehensweise (siehe auch die Methoden spiritueller Weg) an. In wieweit Poonja´s Anleitungen hilfreich zum Erreichen der herkömmlichen Erleuchtung waren, möchte ich dahingestellt sein lassen, denn der eigentliche Kritikpunkt geht tiefer. Poonja selber hat vom vollständigen Bewusstsein des transzendenten Menschen nur den Wechsel aus einem unbewussten Ego heraus ins göttliche Bewusstsein erfahren. Mehr kann er dementsprechend auch nicht anleiten. ‒ Wohlgemerkt trifft das auf alle herkömmlich erleuchteten Spirituellen Meisterinnen, Meister und Gurus zu, die Spontanerleuchtungen ohne Persönlichkeitsentwicklung erfahren haben.

Darüber hinaus kritisiert Matthias Pöhm, dass Poonja die äußere Welt ändern wollte. Dem stellt er gegenüber, dass die äußere Welt nicht geändert werden muss, weil sie bereits perfekt ist und zwar exakt so, wie sie ist. In diesem Fall stimmen beide Aussagen, obwohl sie sich gegenseitig zu widersprechen scheinen. Einerseits ist die Welt tatsächlich schon perfekt, so wie sie ist, weil sie ein Spiegel unseres Bewusstseins als Lernmodell für unsere Seelen ist. Andererseits geht es um Bewusstseinsentwicklung, die individuell und kollektiv zur Liebe führen möchte.

Diese Bewusstseinsentwicklung wird durch Liebesheilung, aber auch dynamisch (siehe beispielsweise „Wie dynamisch ist Erleuchtung?„) durch das männliche Spirituelle System unterstützt. Letzteres möchte das individuelle ebenso wie das kollektive Bewusstsein und damit schließlich auch die äußere Welt verändern. So ist es beispielsweise meine Aufgabe, die Menschheit liebevoll geduldig zur Am-Ziel-Erleuchtung zu begleiten. Jede und jeder Einzelne kann sich aber schon jetzt für das höhere Bewusstseinsniveau des neuen Zeitalters entscheiden. Das Ganze wirkt auf die Individuen und die Individuen wirken auf das Ganze.

Ansonsten möchte ich noch anmerken, dass Matthias Pöhm seine Kritiken an den herkömmlichen Spirituellen Meisterinnen, Meistern und Gurus häufig (so auch gegenüber Poonja) mit einer Aussage einleitet wie: „Papaji ist ein Erwachter, den ich sehr schätze. …“ Es bleibt dann jedoch immer offen, was er an den herkömmlichen Spirituellen Meisterinnen, Meistern und Gurus schätzt. Wenn Matthias Pöhm auch die, seiner Meinung nach, positiven Werte der herkömmlichen Spirituellen Meisterinnen, Meister und Gurus mit aufnehmen würde, würde es seine Kritik wesentlich ausgewogener machen.

Siehe auch die Verbindung von Psychotherapie und Spiritualität sowie die Gurus/Avatare Amma und Mutter Meera oder das Bewusstseinsniveau von Eckhart Tolle.

Am-Ziel-ErleuchtungNeues Zeitalter als evolutionärer Bewusstseinssprung: Die geheilte (Spirituelle Psychotherapie) und transzendierte innere Familie verbunden mit der herkömmlichen Erleuchtung als Am-Ziel-Erleuchtung

 

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[1] www.bewusstseinsebenen.de/hawkins_bodo_zinser.htm, Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/David_R._Hawkins (Stand 2/2018)
[2] Spiritueller Blog, www.spiritueller-blog.com/irrtuemer-kritik-an-david-hawkins (Stand 2/2018)
[3] Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Nisargadatta_Maharaj (Stand 2/2018).
[4] Spiritueller Blog www.spiritueller-blog.com/irrtuemer-kritik-an-nisargadatta (Stand 2/2018).
[5] Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/H._W._L._Poonja (Stand 2/2018).
[6] Spiritueller Blog, www.spiritueller-blog.com/irrtuemer-kritik-an-papaji (Stand 2/2018).

Hinweis: Die nicht von mir erstellten Bilder der öffentlichen Personen sind Wikipedia entnommen.