Neues Bewusstsein ‒ „Gretel und Hänsel“

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<i><span style="color: #7b27ac;">Neues Zeitalter: Heilung der Welt durch Bewusstseinsentwicklung für Indien</span></i>
Heilung der Welt durch Bewusstseinsentwicklung für Indien; neues Zeitalter: Umwandlung des Buddhismus und Hinduismus (Reisebericht)

Zeitenwende: das Bewusstsein des neuen Zeitalters

19e-Das Märchen „Hänsel und Gretel“ als „Gretel und Hänsel“ der Am-Ziel-ErleuchtungMit der Überarbeitung des Märchens „Hänsel und Gretel“ zu „Gretel und Hänsel“ möchte ich das Bewusstseinsniveau des neuen Zeitalters der Am-Ziel-Erleuchtung© an die Menschen weitergeben. Das neue Zeitalter der Am-Ziel-Erleuchtung© bedeutet die Heilung des Weiblichen für die Verbindung von Göttlich zu irdisch.

Die herkömmliche Botschaft von „Hänsel und Gretel“ lautete: vernichtet das Weibliche. Darauf gehe ich in meinem Video „Die 7 größten spirituellen Irrtümer“ ein. Das Märchen sollte daher in seiner ursprünglichen Form nicht mehr verwendet werden, weil es der Persönlichkeitsentwicklung sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich schadet. Wie das überarbeitete Märchen „Gretel und Hänsel“ stattdessen den vollständigen spirituellen Weg unterstützt, erkläre ich weiter unten.

Damit ihr das überarbeitete Märchen „Hänsel und Gretel ‒ Gretel und Hänsel“ bequem anwenden und weitergeben könnt, habe ich eine PDF-Datei „Hänsel und Gretel ‒ Gretel und Hänsel“ für euch zusammengestellt. Diese beinhaltet sowohl den neuen Märchentext als auch den neuen Liedtext. Außerdem lese ich euch in dem folgenden Video „Gretel und Hänsel“ persönlich vor. Den dazugehörigen Märchentext findet ihr auch noch einmal etwas weiter unten.

„Gretel und Hänsel“ ‒ heilende Vertonung in 432 Hertz

  1. Schwerpunkt Heilung

Gesang: Petra Möbius , Musik: Sascha Herwig, Text: Ayleen Lyschamaya

  1. Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung

Gesang: Sascha Herwig, Musik: Sascha Herwig, Text: Ayleen Lyschamaya (Namensbedeutung)

 

Zeitenwende: Gretel und Hänsel – Märchentext des neuen Zeitalters

Es war einmal eine Familie, die lebte am Rande von einem großen, dunklen Wald. Der Vater war ein armer Holzfäller, der nach dem frühen Tod seiner ersten Frau nochmals wieder geheiratet hatte. Aus seiner ersten Ehe stammten zwei lebenslustige Kinder. Das Mädchen hieß Margarete und der Junge Hans. Jede und jeder kannte die aufgeweckten Beiden aber nur unter ihren Spitznamen Gretel und Hänsel. Die zweite Frau des Holzfällers bemühte sich um ihre Stieffamilie, fühlte sich mit dieser Aufgabe aber überfordert.

Die Familie war sehr arm und nach ihrer Steuerzahlung* hatte sie kein Geld für Lebensmittel mehr übrig. Der Vater wälzte sich vor Sorgen im Bett herum, seufzte und sprach zu seiner Frau: „Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?“ Beide waren sehr traurig und überlegten lange hin und her, wie sie ihre Situation doch noch verbessern könnten. Die Frau schlug vor, sich bei Verwandten, Nachbarn und Freunden Geld zu borgen, doch diese hatten selber kaum genug, um zu überleben.

Schließlich sagte die Frau sehr traurig: „Weißt du was, Mann, lass uns morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot. Dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein.“ Mit Tränen in den Augen fuhr die Frau fort: „Möge Gott die Kinder beschützen. Wir werden jeden Tag für sie beten.“ „Nein, Frau“, antwortete der Mann, „das tue ich nicht. Wie sollt ich’s übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen! Die wilden Tiere würden bald kommen und sie zerreißen.“ Daraufhin erwiderte seine Frau: „Dann müssen wir alle viere Hungers sterben. Hast du denn gar kein Gottvertrauen?“ Die Eltern warteten noch einige Tage in der verzweifelten Hoffnung auf ein Wunder ab, doch schließlich entschieden sie sich, ihren Plan auszuführen.

Gretel und Hänsel hatten vor Hunger nicht einschlafen können und daher das Gespräch der Eltern mit angehört. Gretel weinte bittere Tränen und sprach zu Hänsel: „Nun ist’s um uns geschehen.“ „Nein, Gretel“, beruhigte Hänsel seine Schwester, „ich habe eine Idee.“ Und als die Eltern eingeschlafen waren, stand Hänsel auf, zog sich an, öffnete die Haustür und schlich sich hinaus. Er sah sich um und entdeckte weiße Kieselsteine, die im Mondlicht glänzten. Hänsel bückte sich und steckte so viele von ihnen in seine Hosentaschen, wie er nur hineinbekam. Dann schlich er sich wieder zurück ins Haus und flüsterte Gretel zu: „Sei getrost, liebes Schwesterchen, und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen.“

Als der Tag anbrach, noch ehe die Sonne aufgegangen war, kam schon die Frau und weckte die Kinder: „Steht auf, ihr Beiden, wir wollen in den Wald gehen und Holz holen.“ Dann gab sie jedem ein Stückchen Brot und sprach: „Das ist für heute Mittag. Esst das Brot nicht schon vorher auf, denn mehr haben wir nicht.“ Gretel nahm das Brot an sich, weil Hänsel seine Hosentaschen voller Kieselsteine hatte. Dann machten sie sich alle zusammen auf den Weg in den dunklen Wald.

Als sie ein Weilchen gegangen waren, blieb Hänsel stehen und guckte zurück zum Haus. Das tat er wieder und immer wieder. Der Vater sprach: „Hänsel, was guckst du da und bleibst zurück? Hab acht und vergiss deine Beine nicht!“ „Ach, Vater“, antwortete Hänsel, „ich sehe nach meinem weißen Kätzchen. Das sitzt oben auf dem Dach und will mir auf Wiedersehen sagen.“ Die Frau sprach: „Das ist nicht dein Kätzchen, sondern die Morgensonne, die auf den Schornstein scheint.“ Hänsel aber hatte nicht nach dem Kätzchen gesehen, sondern immer wieder einen Kieselstein auf den Weg geworfen.

Als sie tief im Wald angekommen waren, sprach der Vater: „Nun sammelt Holz, ihr Kinder. Ich will ein Feuer anmachen, damit ihr nicht friert.“ Gretel und Hänsel trugen Reisig zusammen und schichteten es auf. Das Reisig wurde angezündet und als die Flamme brannte, sagte die Frau: „Nun legt euch ans Feuer, ihr Kinder, und ruht euch aus. Wir gehen in den Wald und hauen Holz. Wenn wir fertig sind, kommen wir wieder und holen euch ab.“

Gretel und Hänsel saßen am Feuer und als es Mittag wurde, aßen sie ihr Brot. Und weil sie die Schläge der Holzaxt hörten, glaubten sie, die Eltern wären in der Nähe. Es war aber nicht die Holzaxt, sondern es war ein Ast, den die Eltern an einen dürren Baum gebunden hatten. Diesen schlug der Wind hin und her. Und als die Kinder so lange gesessen hatten, fielen ihnen die Augen vor Müdigkeit zu, und sie schliefen fest ein.

Als sie wieder erwachten, war es schon finstere Nacht. Gretel fing an zu weinen und fragte: „Wie sollen wir nun aus dem Wald kommen?“ Hänsel aber tröstete sie: „Warte nur ein Weilchen, bis der Mond aufgegangen ist, dann wollen wir den Weg schon finden.“ Und als der volle Mond aufgestiegen war, nahm Hänsel sein Schwesterchen an der Hand und ging den Kieselsteinen nach. Diese schimmerten im Mondlicht und zeigten ihnen den Weg. Sie gingen die ganze Nacht hindurch und kamen bei anbrechendem Tag wieder zum Haus ihrer Eltern. Diese freuten sich denn nun doch, ihre Kinder wohlbehalten wiederzuhaben.

Nicht lange danach herrschten wieder Mangel und Not. Und die Kinder hörten, wie die Eltern nachts im Bett besprachen, dass alles wieder aufgezehrt sei. Diesmal wollten die Eltern die Kinder noch tiefer in den Wald hineinführen, damit sie den Weg nicht wieder herausfinden würden. So sehr sie auch überlegten, die Eltern sahen sonst keinen anderen Ausweg aus ihrer Situation.

Die Kinder waren aber noch wach gewesen und hatten das Gespräch mitangehört. Als die Eltern schliefen, stand Hänsel wieder auf, wollte hinaus und wie zuvor Kieselsteine auflesen. Doch diesmal war die Tür verschlossen und Hänsel konnte nicht hinaus. Aber er tröstete sein Schwesterchen und sprach: „Weine nicht, Gretel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen.“

Am frühen Morgen kam die Frau und weckte die Kinder. Sie erhielten ihr Stückchen Brot, das dieses Mal noch kleiner als das vorige Mal war. Auf dem Weg in den Wald zerbröckelte Hänsel das Brot in der Tasche, hielt oft an und warf ein Stückchen auf die Erde. „Hänsel, was stehst du und guckst dich um?“, fragte der Vater, „geh deiner Wege!“ „Ich sehe nach meinem Täubchen. Das sitzt auf dem Dach und will mir auf Wiedersehen sagen“, antwortete Hänsel. „Das ist nicht dein Täubchen“, sagte die Frau, „sondern das ist die Morgensonne, die auf den Schornstein oben scheint.“ Hänsel aber warf nach und nach all sein Brot stückchenweise auf den Weg.

Die Eltern führten die Kinder noch tiefer in den Wald, wo sie ihr Lebtag noch nicht gewesen waren. Es wurde wieder ein großes Feuer angemacht und die Stiefmutter sagte: „Bleibt nur da sitzen, ihr Kinder, und wenn ihr müde seid, könnt ihr ein wenig schlafen. Wir gehen in den Wald und hauen Holz. Abends, wenn wir fertig sind, kommen wir und holen euch ab.“ Als es Mittag wurde, teilte Gretel ihr Brot mit Hänsel, der seines ja auf den Weg gestreut hatte. Dann schliefen sie ein und der Abend verging, aber niemand kam zu den Kindern.

Diese erwachten erst in der finsteren Nacht und Hänsel tröstete sein Schwesterchen und sagte: „Warte nur, Gretel, bis der Mond aufgeht. Dann werden wir die Brotstückchen sehen, die ich ausgestreut habe. Die zeigen uns den Weg nach Hause.“ Als der Mond kam, machten sie sich auf, aber sie fanden kein Brot mehr. Die vielen Vögel, die im Walde leben und im Felde umherfliegen, hatten alles weggepickt. Hänsel sagte zu Gretel: „Wir werden den Weg schon finden.“ Aber sie fanden ihn nicht. Sie suchten die ganze Nacht und noch einen Tag von morgens bis abends, aber sie kamen aus dem Wald nicht heraus. Sie waren sehr hungrig, denn sie aßen nur die Beeren, die auf der Erde wuchsen. Und weil sie außerdem so müde waren, dass die Beine sie nicht mehr tragen wollten, legten sie sich unter einen Baum und schliefen ein.

Nun war es schon der dritte Morgen, dass sie das Haus ihrer Eltern verlassen hatten. Sie suchten weiter nach einem Weg und gerieten dabei immer tiefer in den Wald. Und wenn nicht bald Hilfe kam, würden sie sterben. Als es Mittag war, sahen sie ein schönes, schneeweißes Vöglein auf einem Ast sitzen. Das sang so lieblich, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten. Und als es fertig war, schwang es seine Flügel und flog vor ihnen her. Sie gingen ihm nach, bis sie zu einem Häuschen gelangten, auf dessen Dach es sich setzte.

Als sie ganz nahe herankamen, sahen sie, dass das Häuschen aus Brot gebaut war und mit Kuchen gedeckt und die Fenster waren aus Zucker. „Daran wollen wir uns sattessen“, sagte Hänsel. „Ich will ein Stück vom Dach probieren. Gretel, du kannst vom Fenster naschen, das schmeckt süß.“ Hänsel langte in die Höhe und brach sich ein wenig vom Dach ab, um zu versuchen, wie es schmeckte. Und Gretel stellte sich an die Scheiben und knusperte von diesen.

Da rief eine Stimme aus der Stube heraus:

„Knusper, knusper, Kneuschen,
wer knabbert an meinem Häuschen?“

Die Kinder antworteten:

„Der Wind, der Wind,
das himmlische Kind.“

Gretel und Hänsel warteten einen Moment ab und als alles still blieb, aßen sie weiter.

Da ging auf einmal die Tür auf und eine uralte, fast blinde Frau, die sich auf eine Krücke stützte, kam heraus. Gretel und Hänsel erschraken so sehr, dass sie fallen ließen, was sie in den Händen hielten. Die Alte aber wackelte mit dem Kopf und sprach: „Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir. Es geschieht euch kein Leid.“ Sie fasste beide an der Hand und führte sie in ihr Häuschen. Dort wurde ein gutes Essen aufgetragen, Milch und Pfannkuchen mit Zucker, Äpfeln und Nüssen. Anschließend durften sich Gretel und Hänsel in weiche, weiße Betten legen, sodass sie meinten, sie wären im Himmel.

Doch die Alte hatte sich nur freundlich gestellt, denn in ihrem langen Leben war sie sehr oft schlecht behandelt worden. Die Menschen hatten sie geärgert und waren so böse zu ihr gewesen, dass sie sich jetzt an ihnen rächte. Am nächsten Morgen ergriff sie daher Hänsel, trug ihn in einen kleinen Stall und sperrte ihn hinter einer Gittertür ein. Er mochte schreien, wie er wollte, es half ihm nichts. Dann ging sie zu Gretel und verlangte: „Hole Wasser und koch deinem Bruder etwas Gutes. Der sitzt draußen im Stall und soll fett werden. Wenn er fett ist, so will ich ihn essen.“ Gretel fing bitterlich an zu weinen an, aber es war vergeblich. Sie musste tun, was von ihr verlangt wurde.

Gretel hatte schon ihre Mutter, dann ihr Zuhause und nun auch noch ihren Bruder verloren. Da wurde ihr das Herz so schwer, dass sie sich jeden Abend voller Kummer in den Schlaf weinte. Eines Abends hörte sie plötzlich eine leise Stimme in ihrem Herzen, die sagte: „Nimm deine Tränen und benetze damit die Augen der Alten, sodass sie wieder zu sehen beginnt.“ Voller Furcht schlich sich Gretel nun jede Nacht zu der Alten und bestrich sehr vorsichtig, sodass diese nicht aufwachte, deren Augen mit ihren Tränen.

Hänsel bekam täglich das beste Essen, aber es wollte ihm nicht schmecken. Jeden Morgen ging die Alte zu dem Ställchen und rief: „Hänsel, streck deinen Finger heraus, damit ich fühle, ob du bald fett bist.“ Hänsel streckte ihr aber ein Stöckchen heraus. Und die Alte, die anfangs noch trübe Augen hatte, konnte es nicht erkennen und meinte, es wäre Hänsels Finger. So wunderte sie sich, dass Hänsel gar nicht fett werden wollte. Hänsel aber trauerte in seinem Herzen und jedes Mal, wenn die Alte bei ihm gewesen war, flossen seine Tränen vom Himmel. So regnete es täglich, wenn die Alte von Hänsels Stall in ihr Haus zurückkehrte und sie wurde jedes Mal sehr nass.

Dies geschah nun viele Tage und Nächte und allmählich besserten sich die Augen der Alten. Ihre Gefühle wurden durch den täglichen Regen wieder lebendig und es begann sich, zunächst noch sehr zart, Mitgefühl mit den Kindern in ihr zu regen. Sie sah, dass Hänsel ihr ein Stöckchen reichte und erkannte seinen Einfallsreichtum an. Sie fühlte die Liebe von Gretel für ihren Bruder und konnte sich an dieser Reinheit erfreuen. Außerdem begann sie, sich immer mehr an ihre ursprüngliche Weisheit zu erinnern und schließlich befreite sie Hänsel aus seinem Stall und schloss Frieden mit den Kindern.

Sieben Monate lang lehrte sie die Kinder nun alles, was sie wieder wusste. Hänsel lernte, mit dem Feuer des Ofens umzugehen und sich handwerklich geschickt anzustellen. Gretel wurde in die Nahrungszubereitung eingeführt und lernte den Umgang mit Heilkräutern. Und als die Zeit um war, rief sie die Kinder zu sich, um ihnen ihre Abschiedsgeschenke zu übergeben. Hänsel erhielt Gold und Perlen aus ihrem großen Schatz, soviel wie seine Taschen zu fassen vermochten. Und Gretel erhielt Samen von Heilkräutern, die sie auf dem Grab ihrer Mutter pflanzen sollte, sodass sie ihnen nie wieder ausgehen würden. Außerdem trug die weise Alte den Kindern auf, sich den Weg nach Hause gut zu merken und ihrer Stiefmutter genau zu beschreiben. Diese sollte sie dann jederzeit besuchen kommen, wenn sie ihre Unterstützung brauchte. Wie glücklich waren Gretel und Hänsel über all die guten Gaben. Und zugleich waren sie auch traurig über den Abschied, denn sie hatten die weise alte Frau inzwischen sehr liebgewonnen.

Als Gretel und Hänsel ein paar Stunden gegangen waren, gelangten sie an ein großes Wasser. Es gurgelte und plätscherte, dass es sich wie Seufzer anhörte, als trüge es den Kummer der ganzen Welt. „Wir können nicht hinüber“, sprach Hänsel, „ich sehe keinen Steg und keine Brücke.“ „Hier fährt auch kein Schiffchen“, antwortete Gretel, „aber da schwimmt eine weiße Ente; wenn ich die bitte, so hilft sie uns hinüber.“

Da rief sie:

„Entchen, Entchen,
hier stehen Gretel und Hänsel.
Es gibt keinen Steg und keine Brücke,
nimm uns auf deinen weißen Rücken.“

Das Entchen kam heran. Hänsel setzte sich auf und bat sein Schwesterchen, sich zu ihm zu setzen. „Nein“, antwortete Gretel, „das wird dem Entchen zu schwer. Es soll uns nacheinander rüberbringen.“ Das tat das gute Tierchen. Und als sie glücklich drüben waren und ein Weilchen weitergingen, da kam ihnen der Wald immer bekannter und bekannter vor und endlich erblickten sie von weitem das Haus ihrer Eltern. Da fingen sie an zu laufen, stürzten in die Stube hinein und fielen ihren Eltern um den Hals. Hänsel leerte seine Taschen mit dem Gold und den Perlen, Gretel pflanzte die Heilkräuter auf dem Grab ihrer Mutter, beide erzählten von der weisen alten Frau und erklärten ihrer Stiefmutter genau den Weg zu ihr. Die ganze Familie blieb weiterhin in tiefer Verbundenheit mit der weisen alten Frau und den Geschöpfen des Waldes. Da waren alle Sorgen vorbei und sie lebten glücklich bis an ihr Ende.

 

Spiritueller Weg: „Gretel und Hänsel“ – Erläuterung

19f-Das Märchen „Hänsel und Gretel“ als „Gretel und Hänsel“ der Am-Ziel-Erleuchtung

„… und einmal, als große Theuerung ins Land kam, …“ (Brüder Grimm) habe ich mit Steuerzahlung übernommen. Für die Bewusstseinsentwicklung spielt es keine Rolle, ob von Steuerzahlung, Inflationsrate, Teuerung erzählt oder keine Erklärung gegeben wird. Daher stelle ich euch zwei Varianten vor, von denen ihr euch eine aussuchen könnt. Die Alternative:

„Die Familie war sehr arm, sodass sie noch nicht einmal Geld für Lebensmittel hatte.“

Ich habe mich für die Variante mit Steuerzahlung entschieden, um die ausbeuterische Herrschaft innerpsychischer Machtanteile mit hineinzunehmen. Damit meine ich keine (weder vergangene noch aktuelle) Sozialkritik, sondern es geht um Bewusstseinsinhalte.

Welche Bewusstseinsinhalte werden durch „Gretel und Hänsel“ angesprochen? Schon die Überschrift enthält eine doppelte Botschaft. Von „Hänsel und Gretel“ zu „Gretel und Hänsel“ beinhaltet erstens den Wechsel ins neue Zeitalter der Am-Ziel-Erleuchtung©, welches auf der Verbindung von Göttlich zu irdisch durch das Weibliche hindurch beruht. Deshalb steht nun Gretel an erster Stelle. Wahlweise verwende ich die Bezeichnung „Hänsel und Gretel – Gretel und Hänsel“, um die Integration des Herkömmlichen auszudrücken oder nur „Gretel und Hänsel“, um das Neue zu betonen.

Zweitens drückt die Überschrift „Hänsel und Gretel – Gretel und Hänsel“ einen Wechsel im Bewusstsein durch Persönlichkeitsentwicklung aus, welcher sich im Märchen zeigt. Dieser entspricht dem Regelfall der Persönlichkeitsentwicklung auf dem vollständigen spirituellen Weg. In der Ausgangssituation ist die innere Frau, symbolisch als Mutter und Stiefmutter, in ihrer natürlichen Ursprungsform gestorben und nicht mehr mit ihrer weiblichen Stärke sowie dem Göttlichen verbunden. Daher ist sie überfordert und kann weder ihre innere Familie(AL) zusammenhalten noch die universelle Liebe durch sich selber hindurch in diese hineinfließen lassen.

Bei Identifikation mit einem vom Göttlichen abgetrennten Ego ist die Richtung der spirituellen Persönlichkeitsentwicklung von irdisch zu Göttlich und entspricht den drei Abschnitten des vollständigen spirituellen Weges, wie ich sie in meinem Buch „Der vollständige spirituelle Weg“ beschreibe. Diese Entwicklungsrichtung gilt für alle schon etwas älteren Seelen, während kleinkindliche Seelen (New Age Seelen) den vollständigen spirituellen Weg in umgekehrter Reihenfolge gehen. Daher beschreibt das Märchen den Bewusstseinswechsel für die schon etwas älteren Seelen.

Dem Irdischen ist das Männliche näher, sodass zuerst Hänsel mit guten Ideen (Kieselsteine, Brotstückchen) die Führung übernimmt. Später weiß Gretel besser mit dem Entchen umzugehen, weil das Weibliche den besseren Zugang zum gefühlsmäßigen Unbewussten hat. Beide sind sie zugleich eingebettet in das Ganze und haben daher auch direkten göttlichen Zugang, Hänsel über den Regen und Gretel über die Stimme in ihrem Herzen. Auch sind die Übergänge fließend, sodass beide wechselseitig kooperieren.

Mit Gretel und Hänsel ist bereits das innere Kind in weibliche und männliche Aspekte unterschieden, was die Bedeutung dieses Themas in diesem Märchen hervorhebt. Dadurch, dass zuerst der vom Göttlichen abgetrennte männliche Aspekt aktiver ist und später das göttlich angebundene Weibliche die Führung übernimmt, wird die Persönlichkeitsentwicklung hin zur Am-Ziel-Erleuchtung© vermittelt. Da der Schwerpunkt am Ende des Märchens allerdings beim Irdischen mit universeller Anbindung verbleibt, beschreibt „Gretel und Hänsel“ den ersten im Übergang zum zweiten Abschnitt des vollständigen spirituellen Weges. Damit führt es die Menschen ausgehend von ihrem aktuellen unbewussten Zustand auf den ersten bis zweiten Abschnitt des vollständigen spirituellen Weges mit dem höheren Bewusstseinsniveau des neuen Zeitalters.

Wie wird die Persönlichkeitsentwicklung durch „Hänsel und Gretel – Gretel und Hänsel“ im Einzelnen beschrieben? Der Mangel des vom Göttlichen abgetrennten Egos ist so groß, dass sich in den dunklen Wald auf die Suche im Unbewussten begeben wird. Im ersten Anlauf wird sich aber noch nicht tief genug hineingetraut und die Kinder finden wieder zurück. Der männliche Aspekt hält dabei in Form von Kieselsteinen gefühllos an den Strukturen fest. Nach der Rückkehr der Kinder sind alle erst einmal erleichtert, wieder im vertrauten Bewusstseinszustand zu sein.

Der Mangel des Egos ist jedoch so unerträglich, dass der nächste und diesmal erfolgreiche Versuch zur Persönlichkeitsentwicklung unternommen wird. Diesmal wird sich an den weiblichen Gefühlen in Form von weichem, Nahrung spendendem Brot festgehalten und die innere Familie(AL) traut sich tiefer in den unbekannten Wald hinein. Es wird sich auf das Unbewusste eingelassen und dieses unterstützt nun die Persönlichkeitsentwicklung. Die Vögel picken die Brotstückchen auf, sodass der Weg zurück nicht mehr gefunden und stattdessen immer tiefer ins Unbewusste vorgedrungen wird.

Vögel als Krafttiere sind oftmals Boten zwischen den Menschen und der spirituellen Welt. Dabei steht auf dem Hinweg das Element Luft mit Klarheit und Gedanken als männlicher Schwerpunkt im Vordergrund. Auf dem Rückweg betont die Ente das Element Wasser als weiblichen Schwerpunkt. Die Vögel führen in diesem Märchen in die spirituelle Welt hinein und unterstützen auch wieder ins Irdische zurück.

Das Knusperhaus steht für Nahrung und zwar durch seine Süße für Nahrung in Form von universeller Liebe. Die weise alte Frau ist der Zugang zur göttlichen Liebe. In diesem Märchen geht es um das weibliche Spirituelle System der Liebesheilung. Das Weibliche entspricht dem Element Wasser, weshalb die Bewusstseinsentwicklung durch Wasser erfolgt. Innerhalb dieses weiblichen Spirituellen Systems werden wiederum die weiblichen und männlichen Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, indem Gretel des Nachts (weiblich) und Hänsel tagsüber (männlich) beide gemeinsam mit Wasser (weiblich) den Zugang zur weiblichen Spiritualität (weise alte Frau) reinigen.

Nachdem vom Irdischen aus über Hänsel und Gretel die Verbindung zur weisen alten Frau hergestellt und von alten Verletzungen befreit wurde, entwickelt diese nunmehr wieder ihre ursprüngliche Stärke. Sie lehrt ihre Weisheit entsprechend den sieben Haupt-Chakren in einem Entwicklungszyklus von sieben Monaten und versorgt aus ihrem göttlichen Schatz sowie mit ihrer Heilungsfähigkeit die innere Familie(AL). Die irdische innere Familie(AL) wird vom Göttlichen aus ernährt.

Auf dem Rückweg überqueren Gretel und Hänsel das Wasser, welches den Kummer der Welt enthält. Damit sind all die Verletzungen und Schuldgefühle des Weiblichen als karmische Bewusstseinsschicht gemeint, welche das Göttliche vom Irdischen allgemeinmenschlich auch weiterhin trennen.

Im Gegensatz zur Allgemeinheit geht es dem individuellen Bewusstsein des Märchens jetzt allerdings sehr gut. Die innere Familie(AL) ist voller Freude wieder zusammen, sie haben durch die Lehrzeit von Gretel und Hänsel größere Fähigkeiten als zuvor, verfügen über Nahrung, Reichtum und Heilungsmittel und sind auch weiterhin über das Weibliche mit dem Göttlichen verbunden. Vom inneren Kind aus zur inneren Frau weiterentwickelt ist das Weibliche nunmehr auch in erwachsener Form über die Stiefmutter mit der universellen weiblichen Stärke der weisen alten Frau vereint. Die direkte göttlich-irdische Verbindung steht aber noch aus und wird erst in dem Fortsetzungsmärchen „Stiefmutter und weise Alte“ geheilt. Die Stiefmutter holt sich jedoch bereits Führung vom Göttlichen, sodass sie nicht mehr ganz so überfordert ist. Auch die Heilkraft der ursprünglichen Mutter ist durch das Pflanzen der Samen auf ihrem Grab mit einbezogen und die Geschöpfe des Waldes sind positiv integriert.

Damit vermittelt „Hänsel und Gretel – Gretel und Hänsel“ die Entwicklung hin zu einem vollständigen, gesunden, göttlich-irdisch verbundenen Bewusstsein. Das universelle Ganze hat mich speziell in eine Überarbeitung dieses Märchens geführt, weil es mit der göttlich-irdischen Verbindung sowie der Heilung des Weiblichen das Bewusstseinsniveau des neuen Zeitalters der Am-Ziel-Erleuchtung© unterstützt. Der beginnende Liebesfluss von Göttlich zu irdisch lässt es der inneren Familie(AL) gutgehen. Daher lebt diese nunmehr in liebevoller innerer Gemeinschaft, aber noch nicht ganz stabil zuverlässigem Wohlstand, weil die direkte göttlich-irdische Verbindung über die innere Frau noch fehlt.

„Da waren alle Sorgen vorbei und sie lebten glücklich bis an ihr Ende“ bedeutet nur, dass dieser wichtige Entwicklungsschritt geschafft ist. Im Fortsetzungsmärchen „Stiefmutter und weise Alte“ geht es um die göttlich-irdische Verbindung über die innere Frau.

 




Zur Angst des alten Zeitalters: Niemand braucht vor dem neuen Zeitalter Angst zu haben, denn es wird von universeller Liebe getragen. Wenn das Weibliche geheilt wird, ist das keine Bedrohung für das alte Zeitalter, sondern die Basis für eine ausgeglichene Mitte und Harmonie. Hexenverbrennungen haben wir hinter uns. Jetzt geht es um die positiven Werte des Weiblichen.

Meine pädagogischen Elternratgeber für euch: „EMDR für Babys – das Original“, „EMDR für Babys im Gespräch“, „Harmonischer Kindergeburtstag: Gemeinschaftsfördernde Gruppenspiele“ (Teamfähigkeit entwickeln) und „Strukturiert Englisch lernen 1.-4.Klasse“.

Eine Übersicht meiner persönlichen Geschichten findet ihr unter „Erfahrungen auf dem spirituellen Weg“. Weiter zu Spirituelle Meisterinnen, Meister und Gurus. Siehe auch Eckhart Tolle und Sri Chinmoy sowie Kritik an den Erleuchteten (z.B. Matthias Pöhm kritisiert Anssi Antila).

Am-Ziel-ErleuchtungNeues Zeitalter als evolutionärer Bewusstseinssprung: Die geheilte und transzendierte innere Familie verbunden mit der herkömmlichen Erleuchtung als Am-Ziel-Erleuchtung©

 

© Ayleen Lyschamaya

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