Psychotherapie und Spiritualität ‒ die Verbindung

Psychotherapie als spiritueller Weg (1. Abschnitt innere Familie)

Bei der Verbindung von Psychotherapie und Spiritualität wird vermutlich zuerst an Spirituelle Psychotherapie gedacht. Sowohl von therapeutischer als auch von spiritueller Seite kommen Einwände gegen diese Verknüpfung. Auf diese gehe ich in „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“ ein. Letztlich spiegeln diese Einwände von beiden Seiten aber nur die Trennung von Göttlich und irdisch im Bewusstsein der Menschen.

Mit „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“ habe ich das Standardwerk geschrieben, welches von dem vollständigen Bewusstsein des transzendenten Menschen ausgeht und sich von diesem aus therapeutisch heilend auf die irdische Persönlichkeitsstruktur konzentriert. Das heißt, die Spirituelle Psychotherapie ist Teil des viel größeren Ganzen. Dementsprechend sind die einzelnen Psychotherapien der irdischen Persönlichkeitsstruktur (innere Familie und Körper, siehe auch Körperpsychotherapie) des transzendenten Menschen zugeordnet.

Die Spirituelle Psychotherapie betrifft den ersten Abschnitt des vollständigen spirituellen Weges (siehe auch  Bücher spiritueller Weg). Sie bereitet mit psychotherapeutischen und spirituellen Methoden das gesunde irdische Gefäß vor, in welches dann die universelle Liebe fließen kann. Die Wirkrichtung der Spirituellen Psychotherapie ist aus der universellen Sichtweise heraus der irdische Anteil des vollständigen Bewusstseins des transzendenten Menschen.

Spirituelle Meisterin Ayleen der Am-Ziel-ErleuchtungDer zweite Abschnitt auf dem vollständigen spirituellen Weg ist die Verbindung von Göttlich und irdisch. Diese Verbindung ist ein neuer Level, weil es um die nächste Bewusstseinsebene geht. Die Verbindung von Göttlich und irdisch durch die Schuldgefühle – lLl – Praktik© beinhaltet eine Bewusstseinsumstellung, welche nichts mit der bereits allgemein praktizierten „verbundenen“ Anwendung von psychotherapeutischen und spirituellen Methoden zu tun hat. Eine Kombination aus psychotherapeutischen und spirituellen Methoden betrifft stattdessen ‒ bislang unsystematisch und erst durch das Standardwerk „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“ auf die innere Familie bezogen ‒  die irdische Bewusstseinsebene.

Sind die psychische und die spirituelle Entwicklung ein oder zwei Prozesse?[1] Diese Frage stellt der Spirituelle Lehrer Shai Tubali und beantwortet sie dahingehend, dass es sich um zwei voneinander zu unterscheidende Prozesse handelt. Mit dieser Aussage wendet er sich gegen ein seiner Beobachtung nach besonders häufiges Missverständnis in der spirituellen Szene.

Stattdessen ordnet Shai Tubali korrekterweise den psychischen Prozess der Entwicklung des Egos zu und den spirituellen Prozess beschreibt er als Entwicklung ins Unendlichkeitsbewusstsein hinein. Er erkennt, dass die psychische und die spirituelle Entwicklung beide wichtig sind, sich gegenseitig beeinflussen und doch vollständig unabhängig voneinander sind. So lässt er sie nebeneinander stehen, weil er sie nicht miteinander in Verbindung bringen kann.

Im herkömmlichen spirituellen Verständnis möchte ich daher einmal die grundlegenden Positionen zusammenfassen:

  1. Spirituelle Psychotherapie
  2. Erleuchtungslehren
  3. Parallelität psychischer und spiritueller Entwicklung
  4. Kontinuität psychischer und spiritueller Entwicklung

Zu diesen grundlegenden Positionen möchte ich jeweils Stellung nehmen.

1. Spirituelle Psychotherapie

Erstens gibt es eine Spirituelle Psychotherapie, welche in herkömmlicher Form spirituelle Methoden in die Psychotherapie mit einbezieht. Tatsächlich ist jedoch vom transzendenten Menschen mit seiner inneren Familie auszugehen, in welche alle psychotherapeutischen Methoden zu integrieren sind. Die Spirituelle Psychotherapie zielt auf den irdischen Bewusstseinsanteil des transzendenten Menschen und gehört damit zum ersten Abschnitt des vollständigen spirituellen Weges.

2. Erleuchtungslehren

Zweitens gibt es Erleuchtungslehren, welche den Wechsel ins universelle Bewusstsein anstreben und dabei das Ego aufgeben. Dies ist ein Entwicklungssprung aus der Identifikation mit dem irdischen Bewusstseinsanteil (Ego) heraus in die Identifikation mit dem göttlichen Bewusstseinsanteil (herkömmliche Erleuchtung) hinein. Die Erfahrung des göttlichen Bewusstseinsanteils gehört zur vollständigen Entwicklung dazu, die Abtrennung und Verdrängung des irdischen Bewusstseinsanteils aber nicht. Die Verdrängung des Egos ist falsch.

3. Parallelität psychischer und spiritueller Entwicklung

Drittens gibt es die Parallelität von psychischer und spiritueller Entwicklung. Das heißt, es werden die Heilung des irdischen Bewusstseinsanteils und die herkömmliche Erleuchtung gleichermaßen parallel nebeneinander angestrebt. Es wird sich also sowohl mit dem göttlichen als auch mit dem irdischen Bewusstseinsanteil jeweils beschäftigt und nur die Verbindung beider Bewusstseinsanteile fehlt noch.

4. Kontinuität psychischer und spiritueller Entwicklung

Viertens gibt es die Kontinuität psychischer und spiritueller Entwicklung. In dieser wird die Psychotherapie als Vorstufe zur Erleuchtung angesehen.

Inzwischen (Stand 2/2018) scheint es einen Trend dahin zu geben, die Ego-Abtrennung auch für die Psychotherapie zu übernehmen. Bereits in meinem Video „Die 7 größten spirituellen Irrtümer“ gehe ich dazu auf einen therapeutischen Fachartikel ein. Jetzt ist im Fachmagazin Naturheilpraxis, Psychologie und Naturheilkunde „Paracelsus“ erneut ein Artikel mit der Empfehlung erschienen, diese Ego-Abtrennung in jede Psychotherapie zu integrieren.

Da „Paracelsus“ die Zeitschrift der Heilpraktikerschulen ist, dürfte sie einen ernstzunehmenden Einfluss auf die alternative Psychotherapie haben. Deswegen möchte ich gerne diese falsche Entwicklung in der Psychotherapie korrigieren. Der Artikel „1 Mittel, das alle Symptome heilen kann?“[2] gibt folgende Empfehlung:

„… Ein schneller Weg?

Da das Erlernen von Meditation zwar langfristig den Königsweg der Heilung bedeutet, weil man mit seinem Ego gleichzeitig alle seine Symptome verliert (dies sind ja immer die Krankheitsbeschreibungen eines Individuums!), aber dieses auch seine gewisse Zeitdauer benötigt, brauchen wir Therapeuten zumindest in der Anfangsphase zusätzlich etwas, das schneller wirksam ist, nämlich die Psychotherapie, möglichst mit schnell wirksamen und lösungsorientierten Interventionen (Ultrakurzzeittherapie). …

Fazit

… sollte das riesige Potenzial des Erleuchtungsweges durch meditative Übung genutzt und in jede Psychotherapie integriert werden, um den leidenden Patienten aus seiner Depression mittel- bis langfristig heraus zu katapultieren und ihn selbstständig (auch vom Therapeuten und von Methoden oder Heilmitteln) und autark zu machen.

Geben Sie Ihren an beliebigen Symptomen leidenden Patienten eine reale langfristige Chance, zügig wieder das wundervolle Licht des Lebens zu genießen, losgelöst von der eingeschränkten Ego-Sicht und befreit mit Blick auf das große Ganze der Schöpfung! …“

Dieser Artikel beinhaltet gleich drei falsche Aussagen. Erstens soll Ego-Abtrennung Heilung bedeuten. Tatsächlich ist Ego-Abtrennung genau das Gegenteil von Heilung. Jede Abtrennung und Verdrängung blockiert den heilenden universellen Liebesfluss und ist damit schädlich. Zweitens soll die Psychotherapie eine kurzfristige Zwischenlösung für letztlich die herkömmliche Erleuchtung sein. Diese Ansicht verkennt völlig die unterschiedlichen Zielsetzungen. Psychotherapie dient der Heilung des irdischen Bewusstseinsanteils und Erleuchtung richtet sich auf den göttlichen Bewusstseinsanteil. Drittens ist Meditation nicht für jede Persönlichkeitsstruktur geeignet. Diesem neuen Trend in der Psychotherapie ist also keinesfalls zu folgen.

Positiv ist jedoch die Offenheit der Psychotherapie für Spiritualität, die sich in diesem Interesse für Erleuchtung zeigt. Insofern möchte ich auf meine Grundlagenwerke für den vollständigen spirituellen Weg verweisen, die mit Spiritueller Psychotherapie für den irdischen Bewusstseinsanteil beginnen und mit dem vollständigen Bewusstsein der Am-Ziel-Erleuchtung enden. Die Aufgabe der Spirituellen Psychotherapie besteht in der Heilung und Vervollständigung der inneren Familie, wie ich es in „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“ beschreibe. „Spirituelle Psychotherapie: Die innere Familie“ ist das Standardwerk für alle Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die ihre persönliche Vorgehensweise in das Ganze des neuen Zeitalters der Am-Ziel-Erleuchtung einbetten.

Die Lösung: neues Zeitaler der Am-Ziel-Erleuchtung

Der nächste Level spiritueller Entwicklung und gleichzeitig evolutionärer Bewusstseinssprung des neuen Zeitalters ist die Verbindung des göttlichen und des irdischen Bewusstseinsanteils zum vollständigen Bewusstsein. Dies ist der zweite Abschnitt auf dem vollständigen spirituellen Weg zur Am-Ziel-Erleuchtung.

Halbzeit der Evolution“ von Ken Wilber
Spirituelle Irrtümer: „Die 7 größten spirituellen Irrtümer“
Guru Anssi Antila „psychische Heilung“

Am-Ziel-ErleuchtungDas neue Zeitalter als evolutionärer Bewusstseinssprung: Die geheilte und transzendierte innere Familie verbunden mit der herkömmlichen Erleuchtung als Am-Ziel-Erleuchtung ‒ siehe auch Spirituelle Meisterinnen, Meister und Gurus

 

————————————-
[1] Siehe „Psychische und spirituelle Entwicklung – ein Prozess oder zwei?“ von Shai Tubali, in: Sein, 12.8.2015; www.sein.de/psychische-und-spirituelle-entwicklung-ein-prozess-oder-zwei/
[2] Siehe „1 Mittel, das alle Symptome heilen kann?“ von Dr. Michael Weh, in: Paracelsus 1/2018, Seiten14-16; www.paracelsus.de/magazin/ausgabe/201801/1-mittel-das-alle-symptome-heilen-kann/